Montag, 26. Juni 2017

Über 50.000 Menschen demonstrieren in drei Ländern gleichzeitig für die Schließung der störanfälligen Atommeiler in Tihange und Doel.

Die 90 km lange Menschenkette im Dreiländereck begann bei der belgischen Stadt Huy, folgte der Maas nach Liège (Lüttich), überquerte die niederländische Grenze nach Maastricht und ging weiter bis nach Aachen in Deutschland.

Mit ihrem Protest forderten die Anwohner und Atomkraftgegner die sofortige Abschaltung der zwei besonders störanfälligen belgischen Reaktoren Tihange 2 und Doel 3. Diese sollten ursprünglich schon im Jahr 2015 vom Netz gehen. Sie wurden wegen über 10.000 Rissen und verschiedener Störfälle immer wieder abgeschaltet, erhielten unbegreiflicherweise aber trotzdem Betriebsgenehmigungen bis mindestens 2022.

Rund 100 Städte und Gemeinden riefen zu dem Protest auf.

Nicht nur Bürgerinitiativen, wie u. a. Wise (World Information Service on Energy), Campact, der BUND, Greenpeace und die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“, hatten zum Protest aufgerufen, sondern auch zahlreiche Städte und Gemeinden protestierten gegen die verantwortungslose belgische Nuklearpolitik.

Schirmherrschaft für die Aktion hatten der belgische Schauspieler Bouli Lanners, der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp, der Präsident der Städteregion Aachen, Helmut Etschenberg (beide CDU), und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker übernommen. Zudem klagen einige Kommunen in Belgien gegen den Betrieb der umstrittenen Reaktoren, die ganz Europa gefährden.

Selbst Nordrhein-Westfalens zukünftiger Ministerpräsident Armin Laschet forderte zur Teilnahme auf, obwohl seine Partei (die CDU) über Jahrzehnte in Deutschland zu den leidenschaftlichsten Verfechtern der Atomkraft zählte. Jetzt will er sich "mit Nachdruck für die Abschaltung der Atomkraftwerke in Tihange und Doel einsetzen". „Wir erwarten, dass auch der Bund stärker als bisher auf die belgische Regierung einwirkt und auf eine Stilllegung der Reaktoren dringt“, so Laschek.

Montag, 19. Juni 2017

Sonnen-und Windenergie werden immer günstiger


Ein lesenswerter Artikel mit vielen gut recherchierten Daten zum Thema Erneuerbare Energien weltweit:
https://www.heise.de/tr/artikel/Oekowende-Es-wirkt-3746232.html

Samstag, 3. Juni 2017

Forschungs- und Medien-Schiff ALDEBARAN feiert Jubiläum


Die 14 Meter lange und 4,5 Meter breite ALDEBARAN ist seit 1992 weltweit als Medien- und Forschungsschiff im Einsatz und bietet spannende und authentische Einblicke in die Forschungsarbeit in Flüssen und Küstengewässern. Die moderne Medientechnik an Bord der gelben Segelyacht dient dabei dazu, Meeres- und Gewässerforschung verständlich zu machen und so kommende Generationen für einen nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen und Binnengewässern zu begeistern. Mit einem Tiefgang von nur knapp einem Meter ist die ALDEBARAN für Einsätze insbesondere in Flach- und Küstengewässern geeignet. www.aldebaran.org  
 
Das 25-jährige Jubiläum wird im Rahmen einer Feierstunde an Bord der „Lindau“ im Beisein der ALDEBARAN im Hafen von Friedrichshafen am „internationalen Tag der Umwelt“ gefeiert (5. Juni, von der UN seit 45 Jahren begangen).

Dienstag, 30. Mai 2017

Ohne Abgase auf dem Wasser - E-Schiffe


E-Mobilität ist auf der Schiene, auf der Straße, in der Luft und auf Wasser ein wichtiges Thema. Insbesondere für Fahrgastschiffe und Fähren im Küstenbereich sowie auf Seen und Flüssen bieten sich elektrische Antriebssysteme an.
Leider fahren bislang Fähren mit klima- und gesundheitsschädlichen Dieselmotoren. Die schwefelhaltigem Schiffsdiesel stoßen Unmengen giftige Rußpartikel und Feinstaub aus. Damit ruinieren sie nicht nur das Weltklima, sondern verseuchen auch die empfindlichen marinen Ökosysteme.

Doch das müsste nicht so sein. Die Fähre "Ampere" im norwegischen Sognefjord nutzt schon seit 2015 einen abgasfreien E-Antrieb. Sie ist die erste vollständig elektrisch betriebene Großfähre weltweit - flüsterleise und völlig emissionslos. Das 80 Meter lange Schiff (120 Autos und 360 Passagiere) wird von zwei Elektromotoren mit je 450 Kilowatt Leistung aus Lithium-Ionen-Akkus angetrieben (Kapazität 1.000 kWh).

Schon seit 1909 gibt es elektrisch angetriebene Ausflugsschiffe von Siemens für den Königssee.
Die Idee des emissionsfreien und lautlosen Fahrgastschiffes ist also schon alt. Leider sind die Kraftstoffpreise für schwefelhaltigen Schiffsdiesel immer noch viel zu niedrig. Doch E-Mobilität darf nicht auf Räder beschränkt bleiben! Der öffentliche Druck auf Politik, Schiffs-Betreiber und Hersteller umweltfreundlicher Antriebe muss deutlich nehmen.

Neben elektrischen Seilbahnen in verstopften Innenstädten werden E-Motoren auch auf allen Wasserwegen eine wachsende Rolle bekommen, insbesondere lautlose E-Fahrgastschiffe und Autofähren. Auf der Mosel soll zwischen Oberbillig (Rheinland-Pfalz) und Unterbillig (Luxemburg) demnächst eine Fähre verkehren, die ihren Strom von einer bordeigenen 5,4 kWp großen PV-Anlage und von einer Bordbatterie mit 252 Kilowattstunden Kapazität bezieht. Sie spart jährlich rund 14.000 Liter gesundheitsschädlichen Diesel.

Großes Potenzial für E-Schiffe gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Holland, Italien und Frankreich. Amsterdam hat bereits beschlossen, alle dieselbetriebenen Fahrgastschiffe und Fähren spätestens ab 2020 aus dem Stadtgebiet zu verbannen. Ein wichtiges Signal für eine „Verkehrswende“, nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser.

energiezukunft  Heft 22/2017 - Die aktuelle Ausgabe (pdf-Download) befasst sich insbesondere mit dem Thema Neue Mobilität.
Quelle   energiezukunft.eu | Dierk Jensen 2017

Mittwoch, 24. Mai 2017

180 Mrd Euro jährlich zahlt Deutschland für Energie-Importe

Für diese 180.000.000.000 Euro pro Jahr könnten wir - würde es nur endlich auch politisch umgesetzt - die notwendige Energiewende sehr schnell herbeiführen und unser Land damit weitgehend unabhängig machen von teuren fossilen Brennstoffen.

Wer heute, im Jahrhundert des Wasserstoffs, immer noch glaubt, dass Wasserstoff als Energieträger zu teuer sei, der soll sich bitte mal die extrem hohen Kosten der Öl-, Gas-, Kohle- und Atomenergie vor Augen führen.

Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen sind nicht nur umweltschädlicher (und damit volkswirtschaftlich teurer) als z. B. Wind- und Solarkraftwerke mit Wasserstoffumwandlung und -Speicherung, sondern auch in Bau und Unterhalt teurer. Und während die Erneuerbaren Energien beständig preiswerter werden, steigen die Kosten für die alten Kohlekraftwerke (als Puffer) ständig weiter.

Und jetzt rechnen Sie mal nach, wie viele Wasserstoff-Tankstellen Deutschland für 180 Mrd. € bauen könnte, der Summe für 1 Jahr importierte Energie(träger) aus dem Ausland. Wie viele Arbeitsplätze würden wir in unserem Land damit neu schaffen? Welchen technischen Know-how-Vorsprung könnten wir dann wieder exportieren?

Donnerstag, 18. Mai 2017

Endlich! Volvo entwickelt keine Dieselmotoren mehr

Der Autohersteller, der am meisten auf die giftigen Ruß-, Feinstaub- und Stickoxid-Schleudern gesetzt hat, Volvo, will endlich damit aufhören, Menschen, Tiere und Natur mit seinen dreckigen Abgasen zu schädigen.

Leider ist es bisher immer noch die einzige namhafte Automobilfirma, die sich vom gesundheitsschädlichen Dieselmotor verabschiedet. Laut Vorstandschef Hakan Samuelsson wagen die Schweden keine Neukonstruktion mehr.
Ihre bisherigen, äußerst schädlichen Dieselmotoren wollen sie leider noch nicht vom Markt nehmen, sondern nur an die neuen, laschen Abgasgrenzwerte anpassen und unbegreiflicherweise noch mindestens 5 Jahre an Menschen verkaufen, denen die Umwelt und die Gesundheit ihrer Mitbürger egal sind.

In Deutschland hatten zuletzt 83 Prozent der zugelassenen Volvo-Fahrzeuge giftige Dieselmotoren, obwohl Volvo besonders große Probleme mit der Abgasbehandlung hat. Der XC 90 D5 z. B. ist laut dem britischen Institut Emissions Analytics "eine Extrem-Dreckschleuder", weil er 11 Mal mehr Stickoxide ausstößt als gesetzlich erlaubt.

In Zukunft will Volvo auf neue Elektroantriebe für die gesamte Modellpalette setzen. Als Gebrauchtwagen sind Dieselautos in Deutschland kaum mehr zu verkaufen. Sie werden nahezu alle zu Schleuderpreisen in Länder verfrachtet, die noch keine Umweltschutzgesetze kennen bzw. noch schlechtere Abgaskontrollen haben als die EU.

Mittwoch, 17. Mai 2017

E-Transporter ersetzen Diesel-Transporter, 2018 auch bei Hermes

Das Tochterunternehmen von OTTO, Hermes, will ab dem kommenden Jahr nach und nach mit 1.500 elektrisch betriebenen Mercedes-Benz-Vans Pakete zustellen. Hermes ist dazu mit Daimler eine strategische Partnerschaft eingegangen. Die Pilotphase soll in Hamburg und Stuttgart stattfinden. Danach soll die Zusammenarbeit auf Ballungsräume im Bundesgebiet ausgeweitet werden. Auch ein gemeinsames Konzept für eine Lade-Infrastruktur in den Logistikzentren von Hermes und IT-Dienste zur Steuerung der Elektroflotte sollen gemeinsam erarbeitet werden.

Hermes reagiert damit auf die Deutsche Post (DHL), die bereits 2.500 Streetscooter angeschafft hat. Diese werden in eigener Regie produziert, weil die deutschen Autofirmen nichts Brauchbares auf dem E-Mobil-Sektor anbieten konnten. Die Post beabsichtigt, momentan 20.000 Fahrzeuge pro Jahr zu produzieren, will noch zwei weitere Produktionsstätten bauen und 70.000 E-Fahrzeuge einsetzen.

Braunkohle-Weltmeister ist Deutschland

In keinem Land auf der ganzen Welt wird mehr Braunkohle verheizt, obwohl Braunkohle von allen Energieträgern den höchsten Ausstoß an klimaschädlichem CO2 pro erzeugter Kilowattstunde Strom verursacht.
Etwa 20 Prozent der deutschen CO2-Emissionen werden durch das Verbrennen von Braunkohle in die Luft gepustet. Außerdem produzieren die Kohlekraftwerke riesige Mengen an Feinstaub, der Atemwegserkrankungen, Schlaganfall, Lungenkrebs etc. auslösen oder verstärken kann.
Zusätzlich setzen die Kohlekraftwerke auch noch Tonnen von hochgiftigem Quecksilber frei.

Wir berichteten schon mehrfach darüber. Siehe z. B.: Kohlekraftwerke könnten viel sauberer arbeiten http://wasser-hilft.blogspot.de/2016/12/kohlekraftwerke-konnten-viel-sauberer.html