Dienstag, 9. Juli 2019

Unbändiger Durst

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser.“
Thales von Milet, 6. Jahrhundert v. Chr.

Wasser ist nicht nur das zentrale Element unseres Planeten, sondern auch die Grundlage allen Lebens. In einer früheren Kampagne eines Baumarkts heißt es: „Du lebst. Erinnerst Du Dich?“ In der Plakatwerbung gräbt sich eine erdverschmierte Männerhand ins Moorgewächs, und im Onlineauftritt wird ein Videoclip mit dem Geräusch übertragen, das Hände machen, wenn sie in einen Wasserbehälter eintauchen: „Weißt Du noch, wie sich Wasser anfühlt?“ – „Hör es. Fühl es. Jetzt und hier.“ Uns wird vor Augen geführt, wie wichtig es ist, wieder einen Sinn für das zu entwickeln, was für uns selbstverständlich geworden – und doch so kostbar - ist.



Mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt heute ohne ausreichende Wasserversorgung. Weltweit leiden etwa 30 Länder unter Wassermangel. Wächst die weltweite Wassernachfrage weiter, wird sie das verfügbare Angebot im Jahr 2030 (in Milliarden Kubikmetern) um 40 Prozent übersteigen (Quelle: 2030 Water Resources Group).

3.900 Liter Wasser verbraucht jeder von uns täglich. Nur 123 Liter werden für Baden, Duschen, Körperpflege (36 %), Toilettenspülung (27 %), Wäsche waschen (12 %), Kleingewerbe (9 %), Raumreinigung, Autopflege, Garten (6 %), Geschirrspüler (6 %), Essen und Trinken (4 %) verbraucht. Der größte Teil steckt in Lebensmitteln, Textilien und anderen Produkten. Allein die Herstellung eines T-Shirts aus Baumwolle (sie gehört zu den wasserintensivsten Kulturpflanzen) verbraucht 4.100 Liter Wasser, für ein Auto sind es bis zu 400.000 Liter.
In den USA liegt der Durchschnittsverbrauch pro Person und Tag bei 300 Litern, in der EU bei 150 Litern. In ländlichen Regionen afrikanischer Trockengebiete stehen der Bevölkerung pro Person nur 20 Liter täglich zur Verfügung.
         (Siehe hierzu auch:  Wasserfälle und Wasserfakten:
         https://wasser-hilft.de/wasserfaelle_und_wasserfakten.htm   und
         Wie viel Wasser gibt es auf unserem Planeten?:
         https://wasser-hilft.de/wie_viel_wasser_auf_unserem_planeten.htm)

Obwohl die Erde zu drei Vierteln mit Wasser bedeckt ist, ist nur der geringste Teil davon (2,6 Prozent) Süßwasser, und nur 0,3 Prozent können als Trinkwasser verwendet werden. Es ist kostbar und rar - vor allem in trockenen Regionen der Welt. Weltweit müssen nach Angaben der WHO täglich mehr als eine Milliarde Menschen verunreinigtes Wasser trinken, weitere 2,3 Milliarden leiden unter Wassermangel. Täglich sterben Tausende Menschen an Durchfallerkrankungen.
         (Siehe hierzu auch:  Globale Trinkwasser-Krise:
         https://wasser-hilft.de/trinkwasser_krise.htm)


Wenn heute von weltweiter Wasserknappheit gesprochen wird, bedeutet das allerdings nicht nur, dass es faktisch zu wenig Wasser gibt – sie kann auch durch andere Umstände wie die Privatisierung von Gewässern entstehen: Private Konzerne kaufen sich beispielsweise verstärkt in die Wasserversorgung von Städten ein. In Deutschland verdienen sie bei vier bis zehn Wasserhähnen mit. In Entwicklungsländern ist der Anteil häufig sogar noch höher. Dabei hatte die UNO am 28. Juli 2010 beschlossen: Sauberes Trinkwasser ist ein Menschenrecht und keine Handelsware, Konsum- oder Geldanlage.

        (Siehe hierzu auch:  Wasser-Filme zum Themenbereich „Wasser als Gemeingut,
        Commons, Wasser-Allmende“:
        https://wasser-hilft.de/filme_zu_commons_wasser_allmende.htm   und
        Webseiten zu Commons und Wasser-Allmende und Organisationen
        gegen Wasserprivatisierung in Deutschland und Europa:
        https://wasser-hilft.de/webseiten_zu_commons_wasser_allmende.htm)

Die Hälfte des Grundwassers in Deutschland ist mit Nitrat belastet – am höchsten sind die Werte in Regionen mit viel Massentierhaltung. Vor allem chemische Substanzen und Arzneimittelrückstände belasten deutsche Abwässer (und wurden sogar in Trinkwässern nachgewiesen): Viele Kläranlagen können diese Rückstände nicht vollständig herausfiltern, und so gelangen diese in die Gewässer.
          (Siehe hierzu auch mehrere Fachbeiträge im Blog:
          https://wasser-hilft.blogspot.com)

Deshalb müssen neue Filter entwickelt und zusätzliche Reinigungsstufen in die Kläranlagen eingebaut werden. Effizienter als die nachträgliche Reinigung ist es, wenn Abwässer in geschlossenen Kreisläufen direkt vor Ort gereinigt und wiederverwendet werden (weltweit hat Singapur das Wasserrecycling am nachhaltigsten vorangetrieben).

Die neuen Wertschöpfungsketten heißen: reduce – reuse – recycle (memo Nachhaltigkeitsbericht). Das bedeutet: weniger produzieren, und das Wenige langlebig machen, immer wieder verändern und neu nutzen, erneut in den Stoffkreislauf einbringen, upcyceln, womöglich etwas noch Wertvolleres daraus machen. Damit öffnet sich der Blick auf eine nachhaltige Zukunft. Bereits im 18. Jahrhundert, zur Zeit Goethes, tauchte im Französischen, in Frankreich und in England die neue Wortprägung auf – die Naturmetapher „Ressource“. Enthalten ist das Wort „source“, die Vorstellung von einer Quelle, aus der das Wasser fließt und nachfließt – Re-Source. Die Assoziation an den natürlichen, lebendigen Zyklus des Wassers, an Stetigkeit und Nachhaltigkeit schwingt hier mit. Leider droht sie im modernen Gebrauch des Wortes verlorenzugehen, weil unter Ressourcen häufig nur noch tote Materie oder Biomasse verstanden wird.


Viele Menschen nennen Wasser als „ihr“ Element. Dazu gehört auch Ralf Otterpohl, Autor des Buches „Das neue Dorf“: Sein Vater hatte ein Segelboot, mit dem er als Kind häufig auch allein auf dem Steinhuder Meer unterwegs war. Als Jugendlicher brachte ihn sein Onkel zum Schnorcheln. Später begleitete ihn das Thema auch in seinem Studium des Bauingenieur-wesens in Aachen: Hier lernte er die Siedlungswasserwirtschaft kennen, und ihm wurde bewusst, dass er mit Kläranlagen Gewässer schützen wollte. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Computersimulation von Kläranlagen. Dabei wurde ihm klar, dass Kanalnetze und Kläranlagen in der herkömmlichen Form nicht wirklich sinnvoll sind:
„Toiletten müssten Humus und Dünger produzieren, statt Wasser zu verschmutzen! Damit wurde ich ein Rebell, und das, ehrlich gesagt, gar nicht so ungern. Um neue Wege gehen zu können, gründete ich ein Ingenieurbüro in Lübeck – am Wasser.“
Mit der Computer¬simulation von Großklärwerken und dem Vertrieb entsprechender Software verdiente er genug Geld für ein Haus. Etwa die gleiche Summe setzte er für die Entwicklung neuer Abwasserkonzepte ein. In Lübeck entwickelte er ein Abwasserkonzept mit Flüssigdünger- und Energieproduktion aus dem getrennt gesammelten Toilettenabwasser und Bioabfall für eine Neubausiedlung. Heute werden nach diesem Vorbild viele solcher Anlagen gebaut, vorwiegend in China.

Das Oberflächenwasser von heute ist das Mineralwasser von übermorgen, sagt der Öko-Pionier Dr. Franz Ehrnsperger: „Es sickert allmählich in die Tiefe und nimmt auf dieser Reise Eigenschaften wie Mineralien oder eben auch Verunreinigungen der durchquerten Bodenschichten an. Irgendwo tritt es als Quelle wieder ans Tageslicht oder wird in einem Brunnen abgepumpt." Wasser wird also „angebaut" und dann später wieder „abgebaut". Wie bei Kartoffeln – allerdings beträgt die „Vegetationsperiode" bei Wasser nicht nur einige Monate, sondern 100 Jahre und mehr. Wer wie er Biomineralwasser herstellen will, muss deshalb den Entstehungsprozess von Wasser kennen, dokumentieren, erhalten und pflegen. Für Biomineralwasserbrunnen ist es Pflicht, in diesen Gebieten den Ökolandbau zu fördern. „Nur so kommen wir zu einer gesunden Kreislaufwirtschaft", sagt Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu, der 2012 das erste Biomineralwasser auf den Markt gebracht hat.


Bio-Mineralwasser sorgt mit seinen strengen Anforderungen dafür, dass diese gute Qualität nicht nur erhalten, sondern auf immer mehr Wasservorkommen ausgeweitet wird. Es darf nicht mit Ozon behandelt werden. Als Verpackung sind nur umweltfreundliche Mehrweg-flaschen zugelassen, das Wasser soll weitestgehend nur in der Region verkauft werden, um CO2-Belastungen durch unnötige Transporte zu minimieren. Auch die Ziele der Bio-Bewegung und der ganzheitliche Nachhaltigkeitsgedanke sind hier integriert: „Es geht um bessere Lebensmittel für die Menschen, wirksamen Umwelt- und Ressourcenschutz für unsere Erde und soziale Verantwortung für die Gesellschaft. Um die Etablierung eines zukunftsfähigen Maßstabes für dieses wertvolle Lebensmittel", so Ehrnsperger. Wasserqualität bedeutet deshalb auch Nachhaltigkeitsengagement der Akteure. Dazu gehört beispielsweise besserer Wasserschutz.

Autorin: Dr. Alexandra Hildebrandt,
https://www.xing.com/profile/Alexandra_Hildebrandt4/N116.995531?sc_o=news-2966_in_pr_bx
Nachhaltigkeitsexpertin und Wirtschaftspsychologin

Die verlinkten Literatur-Hinweise, Hervorhebungen und Fotos stammen von Rudolf A Schnappauf,
Trinkwasser-Experte und Blogger für Wasser und Umweltschutz, 08.07.2019

Wasserkosten der Gemeinden differieren um mehr als 100 Prozent

Der Wasser-Monitor der IHK zeigt, wie sehr der Wasserpreis einer Gemeinde ein Standort-Vorteil oder -Nachteil eines Unternehmens sein kann.
Selbst innerhalb desselben Landkreises können die Kosten in zwei Gemeinden um mehr als das Doppelte voneinander abweichen.
Beispiel:

Eine Firma, deren Wasserverbrauch in Limburg a. d. Lahn bei 73.000 € liegt, muss in Weinbach für die gleich hohe Menge Wasser 147.460 € bezahlen.
Ein Kleiner Betrieb, dessen Verbrauch in Mengerskirchen 4.873 € verursacht, muss in Weinbach 8.982 € pro Jahr berappen.

Wenn Sie die Preise der Frisch- und Abwasserkosten aller 423 Kommunen in Hessen vergleichen wollen, schauen Sie auf http://wassermonitor-hessen.wifor.com.

Rentable Redox-Flow-Batterien entwickelt

"Lithium-Ionen-Akkus haben eine relativ kurze Lebensdauer, Redox-Flow-Batterien waren bislang zu teuer. Neuartige Redox-Flow-Systeme liegen nun im selben Preisbereich wie Lithium-Ionen-Batterien, halten jedoch mehr als doppelt so lange.
Forscher des Fraunhofer Umsicht in Oberhausen konnten die Kosten der Redox-Flow-Batterien nun deutlich senken. Hergestellt und vermarktet werden die neuartigen Batterien vom Fraunhofer-Spin-Off Volterion."

Mehr dazu siehe Bericht von IWR Online: "Forscher entwickeln rentable Redox-Flow-Batterien",
https://www.energiefirmen.de/news/nachrichten/artikel-36094-forscher-entwickeln-rentable-redox-flow-batterien-
11.06.2019, 10:53 Uhr, https://www.iwr.de/news.php?id=36094 

Sonntag, 7. Juli 2019

Trinkwasser ohne Schadstoffe und ohne Nanoplastik

Gerade in der warmen Sommerzeit brauchen wir noch viel mehr Trinkwasser.
als sonst. Wie gut, wenn darin kein Nanoplastik und keine Schadstoffe enthalten sind.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten, nahezu alle Fremdstoffe, Schadstoffe und Mikro- wie Nanoplastik aus dem Trinkwasser zu entfernen: 1. Destillieren, 2. Umkehrosmose.

Destillieren macht heutzutage praktisch niemand mehr, weil es viel zu viel Strom erfordert, viel zu lange dauert und zu teuer ist.

Seit vor ca. 50 jahren die Umkehrosmose entwickelt worden ist, verwenden mehrere hundert Millionen Haushalte Umkehrosmose-Anlagen, um ihr Trinkwasser einfach, effektiv und vor allem sehr preiswert von allen unerwünschten Schadstoffen zu befreien.

     Wollen Sie die 7 gefährlichsten Schadstoffe aus Ihrem Trinkwasser entfernen?

·         Pestizide, Fungizide, Herbizide, Düngemittel…                   aus der Landwirtschaft

·         Antibiotika, Anabolika…                                                    aus der Massen-Tierhaltung

·         Blei, Kupfer, Zink u.a. Schwermetalle, Asbest, Teer             aus den Wasserleitungen & -rohren

·         Medikamenten-, Hormon-, Kosmetika-Rückstände              aus den Haushalten
(Antibabypillen Röntgenkontrastmittel, Betablocker…)

·         Radioaktives Uran, chemische & pharmazeutische Stoffe    aus Geschirr-, Wasch- und                                                                                              Putzmitteln

·         Bakterien, Viren, Algen u. a. Kleinstlebewesen                    aus Luft und Grundwasser

·         Kalk u. a. Feststoffe, die sich nicht nur in Kaffee- und
Tee-Kochern, sondern auch in Ihrem Körper ablagern
können                                                                              aus Gestein, Erdreich und
                                                                                               Leitungswasser

        
Wie gesundheitsschädlich Mikro- und Nanoplastik
aus Luft, Trinkwasser, Nahrung, Kleidung... für den Menschen sind, ist derzeit immer noch völlig unklar.


Das geht in jedem Haushalt ganz einach.Für 3 bis 4 Cent pro Liter erhalten Sie jederzeit bestes Trinkwasser, ohne zeitraubende Fahrten zum Getränkemarkt, ohne beschwerliches Kästenschleppen, ohne unnötige Leerguttransporte und vor allem sehr umweltschonend.
Informieren Sie sich hier: https://wasser-hilft.de/start.htm

Lichtverschmutzung - der Verlust der Nacht

Obwohl Licht zu den schädlichen Umwelteinwirkungen gehört, die das Bundes-Immissionsschutzgesetz erfasst, gibt es immer noch keine verbindlichen Grenzwerte, welche die Lichtverschmutzung (von Wissenschaftlern auch Licht-Müll und Licht-Smog genannt) eindämmen.

Allein in der EU schleudern jede Nacht 180 Millionen Straßenlaternen meist sinnlos Licht in den einst nächtlichen Himmel und verbrauchen völlig unnötig irrsinnige Mengen an elektrischer Energie. Ausgestattet mit Sensoren und LEDs könnten all diese Laternen bei Bedarf ein- und ausgeschaltet werden und der Bevölkerung gigantische Mengen Stromkosten sparen. Doch trotz technischer Machbarkeit sind wir davon noch weit entfernt.

Leider ist die Welt heute heller als je zuvor. Seit 2011 liefert der US-Satellit Suomi Daten zur Veränderung der Erdoberfläche. Am auffälligsten ist der Verlust der Nacht, die in den letzten Jahren immer heller geworden ist. Beleuchtete Straßen, Fußgängerzonen, Wege, Parks, Reklametafeln, Fahrzeuge, Wohnungen, Büros, Frabrikhallen, Flutlichtanlagen in Sportstadien, Skybeamer, angestrahlte Gebäude und sogar Bergwelten sind heute leider eine traurige Realität.

Es gibt ein Menschenrecht auf Dunkel wie auf Stille.“ (Ludger Lütkehaus)

30 % aller Wirbeltiere und 60 % aller wirbellosen Tiere sind nachtaktiv. Auch Tiere brauchen die Dunkelheit, denn durch künstliche Beleuchtung verwechseln viele von ihnen Nacht und Tag. Vögel beginnen, zu früh zu brüten, Pflanzen blühen zu früh, Bäume werfen zur falschen Zeit Blätter ab.

Wir Menschen spüren die Auswirkungen am eigenen Körper, denn Helligkeit am Abend stört unseren Hormonhaushalt. Wir produzieren zuwenig vom Schlafhormon Melatonin. Wer abends vor dem Bildschirm sitzt (PC, TV, Tablet, Smartphone,E-Book-Reader...), nimmt das (blaufrequente) Wachbleibelicht auf. Dadurch sinkt die Einschlafbereitschaft und Durchschlaf-Fähigkeit.

Um der zunehmenden Ausbreitung künstlichen Lichts entgegenzusteuern, wurde 1988 in den USA die International Dark Sky Assosiation (IDA). Diese Vereinigung von Astronomen hat sich - zusammen mit zahlreichen Partnerorganisationen in vielen Staaten - zum Ziel gesetzt, sich für eine geringere Lichtverschmutzung einzusetzen.
Die IDA zertifiziert besonders dunkle Orte als Sternenparks. Nur ca. 100 gibt es derzeit noch weltweit, in Deutschland auf der Winklmoosalm, in der Rhön, in der Eifel und im Westhavelland. Schützen wir diese wertvollen Refugien!

Weiterführende Informationen:

Matthias Drobinski: Feuer und Flamme. In: Süddeutsche Zeitung (23./24./25./26.12.2017), S. 2.
Alexander Stirn: Hellwach. In: Süddeutsche Zeitung (28.11.2017), S. 18.
Veronika Wulf: Es werde Nacht. In: Süddeutsche Zeitung (9./10.6.2018), S. 71.

Bevölkerung erwartet mehr Umwelt- und Klimaschutz

Die Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz ist in den vergangenen Jahren in der deutschen Bevölkerung deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die "Umweltbewusstseinsstudie 2018", die Ende Mai 2019 vorgestellt wurde.

Die Mehrheit der Bevölkerung ist der Ansicht, dass Industrie, Bund, Kommunen... noch nicht genug für den Umwelt- und Klimaschutz tun - und sieht auch das eigene Verhalten als Bürgerinnen und Bürger kritisch.

Die Menschen sehen Umweltschutz als Aufgabe aller Politikbereiche. Besonders in den Bereichen Landwirtschaft und Mobilität (Verkehr) klafft eine große Lücke zwischen dem Wunsch der Befragten, Umwelt- und Klima möglichst wenig zu belasten, und den wahrgenommenen Politik-Schwerpunkten. Mit den Zielen der Energiewende sind die meisten der Befragten einverstanden. allerdings müsste sie nch Auffassung der Mehrheit zügiger gestaltet werden.

"Der Staat muss für bessere Rahmenbedingungen beim Klimaschutz sorgen. Darum setze ich mich für einen sozial gerechten C02-Preis und ein verbindliches Klimaschutzgesetz ein.  Die Befragten wünschen sich auch eine schnellere Energiewende. Das sehe ich ganz genauso, Hier gilt es, endlich die Bremse zu lockern beim Ausbau von Wind- und Sonnenenergie.", so Bundesumweltministerin Schulze

Knapp 2/3 der Deutschen (64 %) halten Umwelt- und Klimaschutz für eine sehr wichtige Herausforderung (11 % mehr als 2016). Besonders in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehr, Bau und Energie sollten laut Mehrheit der Befragten, Umweltbelange eine übergeordnete Bedeutung einnehmen.

Das Handeln aller relevanten Akteure für Umwelt- und Klimaschutz wird aktuell schlechter bewertet als in früheren Erhebungen: Mit dem Engagement der Industrie sind nur noch 8 % zufrieden ("tut genug"/"tut eher genug"), mit dem der Bundesregierung nur 14 %, mit dem der Städte und Gemeinden knapp ein Viertel (24 %).
Selbst mit dem Engagement der Umweltverbände sind nur 71 % zufrieden.
Sehr positiv zu bewerten: Nur 19 % der Befragten finden, dass die Bürgerinnen und Bürger genug oder eher genug tun. Das bedeutet: Auch das eigene Engagement beurteilen die Bürgerinnen und Bürger deutlich kritischer. (2016 glaubten noch 34 %, ihr Umweltschutzbewusstsein wäre ausreichend.)

Die neue Studie enthält 3 Schwerpunkt-Themen: Energie, Landwirtschaft und Verkehr.

Eine erfreulich hohe Zustimmung gibt es zu den Zielen und Strategien der Enerqiewende:
95 % finden die Steigerung der Energieeffizienz durch neue Technologien für das Gelingen der Energiewende wichtig, 92 % den Ausbau der erneuerbaren Energien.
Zugleich sind 81 % der Auffassung, die Energiewende gehe zu langsam voran, und 76 % glauben, die Kosten seien zu ungleich verteilt.

Landwirtschaft:
68 % der Befragten wünschen sich: Umwelt- und Klima-Aspekte sollen in der Landwirtschaftspolitik eine übergeordnete Rolle einnehmen. Von 45 Prozent der Befragten wurde auf Rang 1 gesetzt:
Für die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft sind möglichst geringe Umwelt- und Klimabelastungen am wichtigsten. Die Versorgung mit vielfältigen, hochwertigen und gesunden Lebensmitteln wurde nur von 43 % auf den ersten Rang gesetzt.

Verkehr:
Umwelt- und Klimaschutz sollte nach Meinung von 53 % der Befragten auch in der Verkehrspolitik die übergeordnete Bedeutung einnehmen. Für die Entwicklung des Verkehrs ist am wichtigsten, dass Umwelt und Klimamöglichst wenig belastet werden (von 50 % auf Rang 1 gesetzt). Dass alle Menschen ihre Wege im Alltag bequem und kostengünstig zurücklegen können wurde von 40 % auf den ersten Rang gesetzt.

Mit 89 % ist die große Mehrheit der Befragten der Auffassung, die aktuelle Verkehrspolitik orientiere sich an den Interessen der Wirtschaft. Lediglich 21 Prozent meinen, sie orientiere sich am Umwelt- und Klimaschutz.