Sonntag, 25. August 2019

5.000 € Strafe für "Bioabfall", 0 € Strafe für Giftmüll-Abfall

Am wunderschönen Lahnufer hat die Stadt Bad Ems in kurzen Abständen feuerfeste Mülleimer angegbracht. Direkt daneben lagen auch heute wieder unzählige giftig Zigarrettenkippen. Interessant: Neben einem Mülleimer stand ein Schild, dass die Hinterlassenschaft eines Hundes mit 5.000 € Strafe geahndet werden kann. Das Schild, dass eine achtlos weggeworfene Kippe, die Bodenlebewesen tötet, das Grundwasser verseucht und 15 Jahre lang nicht verrottet, mit 500 € Strafe geähndet wird, fehlte leider. Aus welchem Grund und wie lange noch?

https://wasser-hilft.blogspot.com/2019/08/eine-zigarettenkippe-vergiftet-60-liter.html
https://wasser-hilft.blogspot.com/2019/08/giftige-zigarettenkippen-gehoren-in-den.html

Danke an Fußballvereine für Mehrwegbecher in Stadien

Rund 1,5 Millionen Wegwerfbecher landeten pro Jahr allein bei Borussia Dortmund im Plastik-Müüberg. Ab der Saison 2019/20 werden mehrheitlich umweltfreundliche Mehrwegbecher eingesetzt. Durch wiederbefüllbarer Getränkebecher setzen jetzt 14 Bundesligavereine Zeichen für Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und Klimaschutz. Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1. FC Köln wollen auch auf Mehrweg umsteigen. Wieder ein kleiner Schritt für mehr Umweltschutz – und bei vielen Amateurvereinen ist in diesem Punkt sicher auch noch viel Luft nach oben.

 

Mittwoch, 21. August 2019

Eine Zigarettenkippe vergiftet 60 Liter Wasser

Eine einzige Zigarettenkippe kann bis zu 60 Liter Wasser verseuchen und Tieren schwere Schäden zufügen. Sogar Forellen werden durch diese Gifte nachweislich getötet. Auch Kleinkinder können sich schwer vergiften, wenn sie z. B. auf Spielplätzen die gefährlichen Zigarettenkippen in den Mund nehmen.

Standardzigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff. Es kann 15 Jahre dauern, bis er sich zersetzt, in Salzwasser sogar bis zu 100 Jahren. Neben Nikotin und schwer gesundheitsschädigenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen werden auch Schwermetalle, wie Arsen, Blei, Cadmium oder Chrom durch Regen aus den Filtern in die Umwelt gespült.

In Deutschland werden 74.500 Millionen Zigaretten im Jahr verbraucht. Das entspricht 204 Millionen Stück pro Tag. Leider werden sehr viele der mit krebserregenden Stoffen und Grundwasser wie Böden belastenden Kippenstummel achtlos weggeschnippt, statt im Müll entsorgt. Viele dieser giftigen Zigarettenstummel werden auch in Naturschutzgebieten, Parks oder auf Spielplätzen weggeworfen. Sie belasten unsere Umwelt, gefährden unsere Kinder, vergiften unser Trinkwasser und töten viele wichtige Bodenlebewesen.

Um dieses Problem endlich konsequent anzugehen, sind offenbar Bußgelder in Höhe von mindestens 200 Euro für jede illegal weggeworfene Kippe und ein bundesweites Rauchverbot auf Spielplätzen dringend notwendig - verbunden mit konsequenten Kontrollen.

Völlig unbegreiflich ist, dass neben feuerfesten Mülleimern auf Rastplätzen oder Parkbänken oft hunderte Kippen von Umweltsündern achtlos auf den Boden geworfen werden. Hier braucht es noch viel Aufklärung für eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung.

Markt für Solarstrom wächst weltweit kräftig

"Solarstrom ist heutzutage, auch aufgrund der exzellenten Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Europa, international eine der günstigsten Formen, Energie bereitzustellen. Weltweit waren Ende 2018 mehr als 500 Gigawatt (GW) Solarkapazität installiert, davon 120 GW in Europa sowie 46 GW in Deutschland. Die Stromerzeugungskosten lagen an vielen sonnigen Orten der Welt im Bereich von 2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Im weniger sonnenreichen Deutschland lagen sie unter 5 Cent pro kWh.

Die Preise für Module sind in den vergangenen drei Jahren um die Hälfte gesunken und die Nutzung von Solarstrom nimmt stetig zu. Allein in Europa wurden im letzten Jahr 11,5 GW Kapazität zugebaut. Fachleute sehen für nächstes Jahr einen Zubau von weiteren 24 GW für die EU voraus. Unter Berücksichtigung des Bedarfs für eine Sektor-Kopplung wird in Europa ein jährlicher Zubau von mehr als 100 GW schon ab dem Zeitraum zwischen 2025 und 2030 erwartet, was eine beachtliche Marktgröße darstellt.

Die deutsche Photovoltaikindustrie mit ihren Material-, Komponenten- und Anlagenherstellern sowie einer starken Forschungslandschaft hat den größten Teil dieser Entwicklung geleistet.  Maschinenbauer aus Deutschland und Europa liefern noch immer Equipment für die Herstellung höchst effizienter Solarzellen und -Module rund um den Globus.
'Mit einer europäischen Produktion von Solarzellen und Modulen könnten jedoch CO2-Emissionen auf ein Minimum reduziert und Nachhaltigkeit infolge der Kreislaufwirtschaft in das Energiesystem eingebracht werden', erläutert Dr. Jutta Trube, Leiterin VDMA Photovoltaik Produktionsmittel. 'Die Politik kann diesen Prozess mit sinnvollen Rahmenbedingungen, wie geeignete Ausbaukorridore, Einspeisepriorität von erneuerbaren Energien und einer passenden Netzinfrastruktur unterstützen.'

    Der VDMA vertritt mehr als 3200 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 232 Milliarden Euro (2018) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt."

    pi_vdma_studie_pv_kostenvergleich_final_de.pdf
    abstract_pv_study_de_final.pdf
    abstract_en_final_1565787312317.pdf
    pr_vdma_study_pv_cost comparison_final_en_1565787427224.pdf

Quelle:  VDMA / Maschinen- und Anlagenbau 2019

Montag, 19. August 2019

Solarmodul-Produktion lohnt sich in Europa wieder

Stimmt die Größe der Produktionsstätte, ist die Photovoltaik-Produktion auch in Deutschland über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg wieder wettbewerbsfähig. So lautet das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer ISE, welche die Kostenverhältnisse einer Produktion in Europa und China vergleicht.

Sollen die Klimaziele des Pariser Vertrags erreicht werden, müssen wir Solarenergie vermehrt nutzen. Während Maschinen zur Herstellung von Solarmodulen noch immer in Deutschland gefertigt werden, ist die Produktion der Zellen inzwischen fast vollständig nach Asien abgewandert. Dieser Prozess ließe sich umkehren - auch ohne staatliche Subventionen.  Voraussetzung wäre eine Produktionskapazität von wenigstens 5 Gigawatt pro Jahr.

Die kürzlich weltweit installierte Produktionskapazität beträgt 150 GW, die gesamte 500 GW. Eine Fabrik dieser Größe würde ein 1 Milliarde Euro Investition erfordern und mehrere Tausend direkte und indirekte neue Arbeitsplätze bringen. Damit wären Deutschland und Europa auch weniger von Asien abhängig.

Quelle:  VDMA / Maschinen- und Anlagenbau 2019, Dr. Jutta Trube, Leiterin VDMA Photovoltaik Produktionsmittel

Erstes Kreuzfahrtschiff mit Umweltsiegel ausgezeichnet für Flüssiggasantrieb

Die Kreuzfahrtbranche steht vor allem wegen ihrer katastrophalen Umweltbelastung mit Abgasen schwer in der Kritik. Erstmals ist jetzt ein Kreuzfahrtschiff mit dem Blauen Engel-Umweltsiegel ausgezeichnet worden.

Für die Ausstattung ihres Schiffes Aidanova mit einem emissionsarmem Flüssiggasantrieb (LNG) erhielt die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises den Blauen Engel (Umweltsiegel der Bundesregierung) für umweltfreundliches Schiffsdesign.
"Wir wünschen uns, dass dies eine positive Ausstrahlung für mehr Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Branche bewirkt", sagte der Vorsitzende der Jury Umweltzeichen, Ralf-Rainer Braun. Der Einsatz der LNG-Technologie sei in der Kreuzfahrtbranche bislang weltweit einzigartig.

Die Kreuzschifffahrt gilt unter anderem wegen des Einsatzes von Schweröl und hohen gesundheits- und klimagefährdenden Emissionswerten als umweltschädlich. Aida-Cruises-Chef Felix Eichhorn hat für sein Unternehmen das langfristige Ziel einer "emissionsneutralen Kreuzfahrt" ausgegeben. Bereits 2023 sollen über die Hälfte aller Aida-Gäste auf Schiffen reisen, die mit LNG oder im Hafen mit grünem Landstrom betrieben werden können, sagte er.
Allerdings sei die nachträgliche Umrüstung der bestehenden Flotte nicht möglich. Der Platzbedarf für LNG-Tanks sei erheblich größer als bei Schiffsdiesel. Es werde deshalb noch lange dauern, bis die Aida-Flotte umgestellt ist.

Die Kreuzfahrtbranche ist weiter "richtig dreckig".

"Die Aidanova ist unter den Kreuzfahrtschiffen technologischer Vorreiter. Wir sind aber weit davon entfernt, damit zufrieden zu sein", sagt Daniel Rieger, bei der Umweltschutzorganisation Nabu für die Verkehrspolitik zuständig. Insgesamt sei die Branche weiter "richtig dreckig" unterwegs. Auch beim LNG-Antrieb sei noch nichts für den Klimaschutz getan. Denn es bleibe fossiles Gas mit dem entsprechenden CO2-Ausstoß.

Quelle: bizz energy. Mehr dazu siehe:
https://bizz-energy.com/kreuzfahrtschiff_aidanova_fuer_fluessiggasantrieb_ausgezeichnet

Montag, 12. August 2019

Giftige Zigarettenkippen gehören in den Mülleimer

In Deutschland werden 74.500 Millionen Zigaretten im Jahr verbraucht. Das entspricht 204 Millionen Stück pro Tag. Leider werden sehr viele der mit krebserregenden Stoffen und Grundwasser wie Böden belastenden Kippenstummel achtlos weggeschnippt, statt im Müll entsorgt. Viele dieser giftigen Zigarettenstummel werden auch in Naturschutzgebieten, Parks oder auf Spielplätzen weggeworfen. Sie belasten unsere Umwelt, gefährden unsere Kinder, vergiften unser Trinkwasser und viele wichtige Bodenlebewesen.

Um dieses Problem endlich konsequent anzugehen, sind offenbar Bußgelder in Höhe von mindestens 200 Euro für illegal weggeworfene Kippen und ein bundesweites Rauchverbot auf Spielplätzen notwendig - verbunden mit konsequenten Kontrollen. In Schweden ist ein Rauchverbot auf allen Spielplätzen bereits vorbildlich umgesetzt.

Standardzigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff. Es kann 15 Jahre dauern, bis er sich zersetzt, in Salzwasser sogar bis zu 100 Jahren. Neben Nikotin und schwer gesundheitsschädigenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen werden auch Schwermetalle, wie Arsen, Blei, Cadmium oder Chrom durch Regen aus den Filtern in die Umwelt gespült.

Eine einzige Zigarettenkippe kann bis zu 60 Liter Wasser verseuchen und Tieren schwere Schäden zufügen. Forellen werden durch diese Gifte nachweislich getötet. Auch Kleinkinder können sich schwer vergiften, wenn sie z. B. auf Spielplätzen die gefährlichen Zigarettenkippen in den Mund nehmen.

Damit Kippen ordnungsgemäß entsorgt werden, braucht es Aufklärung und eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung. Mit dem Rauchverbot in Flugzeugen, Kinos und Gaststätten allein ist es nicht getan. Abschreckende Bußgelder sind längst überfällig. Dabei sollten alle Bundesländer einheitlich agieren und sich zuvor möglichst auf einheitlich hohe Bußgelder einigen.

Wer nach dem Rauchen seine Kippe in den nächsten Aschenbecher oder Mülleimer entsorgt, hat nichts zu befürchten. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?


Brasiliens Regierung gefährdet Weltklima

Die Regenwald-Abholzung in Brasilien nimmt ein alarmierendes Ausmaß an. Laut dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung INPE sind 2.254 Quadratkilometer Regenwald allein im Monat Juli 2019 gerodet worden. Das wäre ca. 4-Mal so viel wie im Juli 2018. Es bedeutet den Verlust von 3 Fußballfeldern Regenwald in jeder Minute. Im Juni 2019 hatte das Institut eine Zunahme der Entwaldung um 88 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Und 2018 war die Entwaldung bereits so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Präsident Bolsonara gefährdet das Klima der gesamten Welt. Denn auch wenn Äthiopien, China und eine private Initiative gerade jeweils Milliarden neuer Bäume pflanzen, bis die groß genug geworden sind, um genügend CO2 zu binden, dauert es 150 Jahre - und selbst dann ersetzen sie nicht die Bedeutung eines natürlich gewachsenen tropischen Regenwaldes.

Mittwoch, 7. August 2019

Reinstes Trinkwasser ohne Schadstoffe für 3-4 Cent pro Liter

Der Sommer ist die Zeit, in der wir sehr viel trinken. Da ist es besonders wichtig, jederzeit genügend reines, schadstofffreies Trinkwasser – ohne Nanoplastik – zur Hand zu haben, und das, ohne einkaufen zu müssen oder gar Geld ausgeben zu müssen für Getränke.

Wollen auch Sie - wie Millionen andere auch - reines, klares Trinkwasser genießen, ohne Chemikalien, Arzneimittelreste, Plastikteilchen
und ohne Kalk..., dann schauen Sie sich hier um: https://Wasser-hilft.de/frame_umkehrosmoseanlagen.htm,   https://Wasser-hilft.de/frame_vorteile.htmhttps://wasser-hilft.de/frame_funktion.htm
oder rufen Sie einfach an und lassen sich kostenfrei und unverbindlich kompetent beraten.

Schnell, einfach, effektiv und preisgünstig komplexe Fragen klären

"Mit Einfühlungsvermögen, Anteilnahme, Intuition und Flexibilität zu neuen Lösungen" - so lautet das Motto des 146. System-Aufstellungs-Tages in der Re-Sourcing-Oase am 18. August 2019.
Mehr als 1.580 Teilnehmer und über 830 aufgestellte Anliegen seit 2003. 61 ausgebildete Aufsteller haben bereits teilgenommen bzw. aktiv mitgewirkt.


Bereits im 17. Jahr arbeitet ein bestens eingespieltes Team zu Ihrem Wohl vertrauensvoll zusammen. Überzeugen Sie sich von dessen Erfahrung, Kompetenz und Spiritualität im Einsatz der verschiedensten Aufstellungs-Methoden.

125 schriftliche Erfahrungsberichte begeisterter TeilnehmerInnen
bestätigen die außerordentlichen, positiven Wirkungen der "geklärten" Anliegen:
https://www.ras-training.de/resourcing/aufstellungen/erfahrungen_aufstellungs_tag.htm
und
http://systemaufstellungen24.de/cat/kompetenz-referenzen/erfahrungen-begeisterter-teilnehmer/

Aufstellungen sind eine geniale Methode zur Analyse und Lösungsfindung
und bestens geeignet, um z. B.:


*   Klarheit zu gewinnen und Entscheidungen sicher zu treffen,

*   Wege auf Durchführbarkeit und geeignete Strategien zu testen,

*   Situationen aus neuer Perspektive zu betrachten,

*   komplexe Situationen mit unbekannten Ursachen aufzudecken,
     (oft sehr, sehr weit zurückreichend)

*   sich von uralten - meist unbewussten - Belastungen zu befreien,

*   hilfreiche Ressourcen zu erkennen und kreative, neue Ideen zu gewinnen,

*   gute Lösungen für alle Beteiligten zu finden ...


Mit Aufstellungen können Sie schnell, effektiv und preiswert:

-   Ursachen für Körpersymptome aufdecken und Wege für Ihre Gesundheit erkunden

-   Ihre berufliche, finanzielle, körperliche, emotionale oder mentale Situation analysieren

-   Erfolgreiches Vorgehen für neue Aufträge und Projekte testen

-   Beziehungsprobleme mit Partnern, Kindern, Chefs, Kollegen, Mitarbeitern, Kunden ... klären

-   Schwierigkeiten mit Wohnungen, Büros, Häusern, Orten ... aufdecken

-   Inspiration holen, neue Perspektiven entdecken, Kraft schöpfen, Zuversicht entwickeln ...

-   Innere Blockierungen und äußere Konflikte auflösen

-   und sehr, sehr viel mehr

siehe Themenliste:   http://www.ras-training.de/neu/pdf/aufstellungsthemen.pdf

Nutzen Sie die nächste Gelegenheit in Hünfelden-Heringen am: 18.8.2019,
9.30 Uhr bis ca. 17.30 Uhr.

Jetzt anmelden und neue, kreative Lösungen für persönliche Herausforderungen finden:
https://RAS-Training.de/resourcing/aufstellungen/aufstellungen.htm.

Wir freuen uns auf viele weitere erfolgreich gelöste Anliegen zum Wohle aller.

Iris und Rudolf Schnappauf mit Aufsteller-Team

https://RAS-Training.de/resourcing/frame_aufstellungen.htm
http://systemaufstellungen24.de
http://System-Aufstellung.info/

Erfahrungen begeisterter Teilnehmer (ein Beispiel):
"Mir geht es sehr gut … Es ist echt Magic, auf einmal wollen alle mit mir arbeiten
und ich bin für dieses Jahr schon ausgebucht...."


Freitag, 2. August 2019

Treibende Kräfte: Was wir von Bäumen lernen können



                                                                                           Foto RAS
Verwurzelte Gedanken

Bäume haben bis heute nur deshalb überlebt, weil sie eine enorme Widerstandskraft und genetische Vielfalt innerhalb einer Art aufweisen. „Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Winden ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln“, schrieb schon der römische Philosoph Seneca. Wo sich Bäume wieder erneuern, erleben sich auch die Menschen als selbst regulierendes Prinzip. Sobald die ersten Wurzeln eines Baumes ins Erdreich dringen, sind der Samen und sein Schicksal mit diesem einzigen Ort verbunden. Hier beschafft er sich alles Notwendige, um zu gedeihen und zu überleben. Bäume haben die Fähigkeit, sich unerwarteten Herausforderungen anzupassen und extrem lange Zeiträume zu überdauern. Und sie bauen vor: So ist ihr Protoplasma voll mit Energievorräten und Substanzen, die andere Organismen anziehen. Selbst wenn sie ihre gesamte Stoffwechseltätigkeit eingestellt haben, stürzen sie nicht um. Sie bleiben als Baumstumpf stehen.

Der Begriff Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft und wurde 1713 erstmals von Oberberghauptmann Hannß Carl von Carlowitz verwendet. Er beinhaltet die Maxime, dass nur so viel Holz pro Periode geschlagen werden darf, wie auch nachwachsen wird. Wer einen Wald bewirtschaftet, darf zwar Bäume fällen und verkaufen, muss aber auch wieder neue anpflanzen für die nächsten Generationen.
Es lohnt, in diesem Zusammenhang Ernst Jüngers Aufsatz „Der Waldgang“ von 1951 zu lesen, dessen erster Satz lautet: „[E]s ist keine Idylle, die sich hinter dem Titel verbirgt.“ Dahinter steckt eine geistige Haltung, die wieder zu den Wurzeln der eigenen Stärke führt: „In unserer Lage sind wir verpflichtet, mit der Katastrophe zu rechnen und mit ihr schlafen zu gehen, damit sie uns nicht zur Nacht überrascht. Nur dadurch werden wir zu einem Vorrat an Sicherheit gelangen, der das vernunftgemäße Handeln möglich macht.“ Die Etymologie des englischen Wortes true (wahr) führt zurück zum alten englischen Wort für tree (Baum): Wahrheit war für die Angelsachsen nichts anderes als ein tief verwurzelter Gedanke.

So führt uns ein Förster zu unseren Wurzeln

Der Förster und Autor Peter Wohlleben wollte schon als Sechsjähriger Naturschützer werden. Nach einigen Jahren als Büroleiter eines Forstamtes wurde er in die Wälder der Eifelgemeinde Hümmel versetzt, die sein berufliches Zuhause wurden. Da er feststellen musste, dass die klassische Forstwirtschaft unsere Wälder ausbeutet statt schützt, begann er gemeinsam mit den Waldbesitzern, nach nachhaltigen Wegen zu suchen, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen. Wälder sind nicht nur „Holzfabriken und Rohstofflager“, sondern enthalten die Wurzeln unseres Lebens.
In seinen Publikationen führt er viele aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse an, die hoffen lassen, „dass das geheime Leben der Wälder weiterhin stattfindet und auch unsere Nachfahren noch staunend zwischen den Bäumen spazieren können“. Weil Peter Wohlleben darüber „ungebunden“ erzählen wollte, kündigte er im Oktober 2006 seine Beamtenstelle auf Lebenszeit bei der Forstverwaltung und wurde in ein Angestelltenverhältnis der Gemeinde übernommen. So konnten neue Ideen in Ruhe reifen und umgesetzt werden: ein alter Buchenwald wurde unter Schutz gestellt, indem er zu einem Urnenfriedhof „umgewidmet“ wurde. Auch Survivaltraining und Blockhüttenbau sind für ihn neue „Formen einer Waldführung“. Dieser berufliche Wandel ermöglichte ihm, nun erfolgreich Bücher zu schreiben.

„Nomen est omen" ist angeblich ein Zitat des römischen Komödiendichters Plautus (250 – 184 v. Ch.) und bedeutet frei übersetzt: „Der Name ist Zeichen" oder auch „Der Name ist Programm". Wohlleben! In seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ zeigt er, wie wir die Kraft der Bäume nachhaltig für unser Leben nutzen können, aber auch, dass ein gesunder Wald wesentlich produktiver ist (und sogar höhere Einnahmen bedeutet).

Die wichtigsten Erkenntnisse des Buches lesen sich wie eine kleine Geschichte der Nachhaltigkeit:

• Ein Baum ist immer nur so gut wie der ihn umgebende Wald.

• Jeder Baum zieht genau einen Nachfolger groß, welcher seinen Platz einnehmen wird.

• Bäume leben in einem inneren Gleichgewicht und teilen sich ihre Kräfte sorgfältig ein, um alle Bedürfnisse zu erfüllen.

• Bäume sind soziale Wesen, die ihre Nahrung mit Artgenossen aufteilen und zuweilen sogar ihre Konkurrenz „hochpäppeln“. Zusammen schaffen sie ein Ökosystem, das Hitze- und Kälteextreme abfedert, Wasser speichert und sehr feuchte Luft erzeugt. In solch einem resilienten Umfeld können Bäume geschützt leben und sehr alt werden.

• „Befreundete“ Waldpaare achten darauf, keine zu dicken Äste in Richtung des anderen auszubilden. Sie sind so innig über das Wurzelwerk verbunden, dass sie oft sogar gemeinsam sterben.

• Gepflanzte Forste (die meisten Nadelwälder Mitteleuropas) verhalten sich oft wie Straßenkinder: „Da durch die Pflanzung die Wurzeln dauerhaft beschädigt werden, scheinen sie sich kaum noch zu einem Netzwerk zusammenzufinden. Die Bäume solcher Forste treten in der Regel als Einzelgänger auf und haben es dadurch besonders schwer.“

• Wer zu gierig ist und zu viel nimmt, ohne selbst zu geben, beraubt sich seiner eigenen Lebensgrundlage und stirbt aus.

• Die Wurzel ist der wichtigere Teil des Baumes, da hier möglicherweise sein „Gehirn“ sitzt. Der „zähe Baum“ sorgt vor und steckt von Anfang an wesentlich mehr Energie in den Ausbau seines Wurzelwerks als andere Arten.

• Für eine schnelle Nachrichtenverbreitung sind in den meisten Fällen Pilze zuständig, die wie die Glasfaserleitungen des Internets agieren („Wood-Wide-Web“).

• Pilze „denken“ weiter als ihre großen Partner, in der jede Art gegen die anderen kämpft.

• Bäume kommunizieren geruchlich, optisch und elektrisch (über eine Art Nervenzellen an den Wurzelspitzen). Leider ist unseren Kulturpflanzen die Fähigkeit sich mitzuteilen durch Züchtung großenteils abhandengekommen.

• Schlafentzug ist bei Bäumen wie beim Menschen lebensgefährlich. So können in Töpfe gepflanzte Eichen oder Buchen in Wohnzimmern nicht überleben.

• Der tote Baum-Körper ist für den Kreislauf des Waldes nach wie vor unverzichtbar: Der Stamm zerbröselt langsam und wird durch verschiedene Arten in immer kleinere Stückchen geraspelt und gefressen und „dabei Zentimeter um Zentimeter tiefer in den Boden eingearbeitet. Den letzten Rest besorgt der Regen, der die organischen Überreste einschwemmt“.


Eine Rezension des Wohllebens Bestseller-Buchs von Rudolf A. Schnappauf lesen Sie unter dem Titel:
Das aktuelle Baumsterben verstehen und lernen, damit umzugehen

im Blog von Wasser-hilft:

https://wasser-hilft.blogspot.com/2019/07/das-aktuelle-baumsterben-verstehen-und.html

                                                                                                              Foto RAS

Was Unternehmen von Bäumen lernen können

Bäume haben die treibende Kraft der Kooperation, die ebenso stark ist wie der Wettbewerb. Bei Bäumen wird dies durch zellulare Organellen und Mehrteiligkeit belegt. Sie sind Gemeinschaftswesen, die in großen Gruppen zusammenwachsen, pflegen Beziehungen, setzen sich für das gemeinsame Wohl ein, sind bei aller Geselligkeit aber auch zutiefst individualistisch. Das zeigt sich darin, dass sie sich immer dann, „wenn es um Tod oder Leben geht, instinktiv zugunsten des eigenen Überlebens oder des Überlebens seiner Nachkommen“ entscheiden. In dieser Beziehung stellen Bäume ein geschlossenes System dar. Dies weisen David Suzuki und Wayne Grady in ihrem Buch „Der Baum. Eine Biografie“ nach. Es zeigt zwar keine Unternehmensbezüge, lädt aber dazu ein, sie gedanklich herzustellen. Bäume werden zudem häufig als Motiv in der Nachhaltigkeitskommunikation genutzt. Als Klischee werden sie immer dann wahrgenommen, wenn die „Biografie“ des Unternehmens mit seinen Wurzeln nicht erkennbar ist, oder wenn sie keinen Bezug zu den angebotenen Produkten haben. Wer aber die Geschichte „dahinter“ mitliefert, ist auch stark im Gedächtnis seiner Kunden verankert.


Zum Trost

Auch wenn ein Baum vorzeitig den Lebenskampf aufgeben muss und in einem Sturm abbricht, so hat er dennoch Wertvolles für die Gemeinschaft geleistet. Das kann auch ein Trost für alle sein, die um den Autor und Publizisten Roger Willemsen trauern, der zu einem Teil für andere Menschen gelebt hat und davon überzeugt war, dass jedes Leben dadurch besser wird, wenn man es auch für andere lebt. „Und wenn man so privilegiert lebt wie ich und eine Öffentlichkeit finden kann und dazu noch im Bereich der Kommunikation arbeitet, also schreibt, dann sollte man um Himmels Willen irgendwas tun, das anderen hilft. Das ist eine Pflicht“, sagte er in seinem letzten Interview (Domradio 15. August 2015).

Mit Peter Wohlleben verband ihn auch der Wunsch, Förster zu werden, denn seine „ersten Wahrnehmungen der Außenwelt sind solche der Natur gewesen“. Er sammelte Pflanzen in Botanisiertrommeln, Tierskelette, Mineralien - und als Autor „Stilblüten“. Seine Bücher werden bleiben und ihre Botschaft wird sich „natürlich“ ausbreiten wie Bäume, deren Bedeutung für Bäche auch nach dem Tod nicht abnimmt. Wohlleben zum Trost: „Stürzt etwa eine abgestorbene Buche quer über das Bachbett, dann bleibt sie dort für Jahrzehnte liegen. Sie wirkt wie ein kleiner Staudamm und sorgt für winzige Stillwasserbereiche, in denen sich Arten halten können, die keine starke Strömung vertragen.“

Weitere Informationen:

Menschen über Bäume. Gedanken, Begebenheiten und Anekdoten aus vier Jahrtausenden. Zusammengestellt und herausgegeben von Dietmar Olonscheck. Oekom Verlag, München 2017.

Michael Pollan: Meine zweite Natur. Vom Glück, ein Gärtner zu sein. Aus dem Amerikanischen von Eva Leipprand. Oekom Verlag München 2014.

Sächsische Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft (Hg.): Bausteine der Nachhaltigkeit. Carlowitz weiterdenken. Oekom Verlag, München 2016.

Insa Wilke (Hg.): Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Zum Werk von Roger Willemsen. S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2015.

Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt. Ludwig Verlag München 2015.

Alexandra Hildebrandt und Claudia Silber: Gut zu wissen... wie es grüner geht: Die wichtigsten Tipps für ein bewusstes Leben von Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.